Zum Inhalt springen

Was ist Breast Awareness?

Breast Awareness ist kein Untersuchungsschema, sondern eine Haltung: die eigene Brust so gut zu kennen, dass Dir auffällt, wenn sich etwas verändert.

· von Patricia Foitzik

Der Begriff, kurz erklärt

„Breast Awareness“ lässt sich am ehesten mit Brustbewusstsein übersetzen. Gemeint ist: Du weißt, wie sich Deine Brust normalerweise anfühlt und aussieht — und Dir fällt deshalb auf, wenn sich etwas verändert.

Das klingt unspektakulär. Der Unterschied zur klassischen Selbstuntersuchung ist trotzdem groß: Es geht nicht darum, einmal im Monat ein Schema abzuarbeiten und dabei zu hoffen, nichts zu finden. Es geht darum, ein normales, angstfreies Verhältnis zum eigenen Körper zu haben.

Warum die Unterscheidung wichtig ist

Viele Frauen erleben die Selbstuntersuchung als Prüfung, die sie bestehen oder nicht bestehen können. Das führt oft dazu, dass sie gar nicht stattfindet. Brustbewusstsein kennt dieses Bestehen nicht — es gibt kein richtiges Ergebnis, sondern nur Vertrautheit.

Diese Vertrautheit ist der eigentliche Punkt. Wer die eigene Brust kennt, braucht keinen Vergleich mit Abbildungen und keine Checkliste, um zu merken, dass etwas anders ist als sonst.

Was zu Brustbewusstsein gehört

  • Wissen, was normal ist. Brüste verändern sich im Zyklus, mit dem Alter, durch Gewicht, Schwangerschaft und Stillzeit. Vieles, was zunächst beunruhigt, ist völlig gewöhnlich.
  • Die eigene Brust regelmäßig wahrnehmen — beim Eincremen, beim Duschen, beim Anziehen. Es braucht keinen festen Termin.
  • Veränderungen ernst nehmen und ärztlich abklären lassen, statt sie zu beobachten und zu hoffen.
  • Einen gut sitzenden BH tragen. Ein BH, der drückt, scheuert oder nicht stützt, macht die eigene Brust zu etwas Unangenehmem — und was unangenehm ist, nimmt man ungern wahr.

Wo Brustbewusstsein an seine Grenze kommt

Brustbewusstsein ist kein Diagnoseverfahren. Es kann und soll die ärztliche Untersuchung und das gesetzliche Früherkennungsprogramm nicht ersetzen, sondern ergänzt sie.

Wenn Dir etwas auffällt, ist die richtige Reaktion nicht, es zu deuten, sondern es abklären zu lassen. Verlässliche, unabhängige Informationen zur Früherkennung bietet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (öffnet in neuem Tab).

Was das mit BH-Passform zu tun hat

Der Zusammenhang wird oft übersehen: Ein BH, der nicht passt, verändert die Wahrnehmung der eigenen Brust. Druckstellen, Scheuern und Schmerzen im Schulter- oder Rückenbereich werden als normal hingenommen — und die Brust wird zu einem Körperteil, mit dem man sich lieber nicht beschäftigt.

Genau da setzt meine Arbeit an. Wer sich in seinem BH wohlfühlt, nimmt die eigene Brust anders wahr. Das ist die Grundlage, auf der Brustbewusstsein überhaupt entstehen kann.

Häufige Fragen

Ist Breast Awareness dasselbe wie Selbstuntersuchung?

Nein. Die klassische Selbstuntersuchung folgt einem festen Schema zu einem festen Zeitpunkt. Breast Awareness ist offener: Du lernst Deine Brust im Alltag kennen und bemerkst dadurch Veränderungen — ohne Kalender und ohne Prüfungsdruck.

Ersetzt Breast Awareness die Vorsorgeuntersuchung?

Nein. Breast Awareness ersetzt weder die ärztliche Tastuntersuchung noch das Mammographie-Screening. Sie kommt dazu.

Ab welchem Alter ist das sinnvoll?

Die eigene Brust kennenzulernen ist in jedem Alter sinnvoll und beginnt idealerweise schon in der Pubertät — genau deshalb arbeiten wir auch mit Schulen.

Offene Fragen?

In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir, was für Dich sinnvoll ist — persönlich in München und Umgebung.